Zahnarztangst-Ratgeber: Ihr persönlicher Weg zur Zahnbehandlung

Obwohl bereits Aufklärung über die weit verbreitete Angst vorm Zahnarzt – auch als Dentalphobie bezeichnet – eingesetzt hat und auch manche Hilfeangebote hierfür bestehen, sind die allermeisten Betroffenen auch heute noch sich selbst überlassen. Patienten mit Zahnbehandlungsangst finden in der Regel erst nach langer Leidenszeit ihren Weg in eine Zahnarztpraxis mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht immer wissenschaftlich belegt. Gesichert scheint jedoch, dass die massive Art von Angst vor dem Zahnarzt meistens aufgrund traumatischer Erlebnisse und negativer Prägungen in der Kindheit der Betroffenen entstanden ist. Frühe Schmerzerlebnisse bei der Zahnbehandlung spielen also eine wichtige Rolle ebenso wie negative Bilder und Vorstellungen, die die Eltern und die jeweilige Umwelt an ein Kind bewusst oder unbewusst weitergeben. Es scheint eine alte „Tradition der Zahnarztangst“ zu geben, an der übrigens wohl auch wir Zahnärzte unseren Anteil hatten und haben.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen als Menschen mit Zahnarztangst Orientierung geben. Vielleicht kann er Ihnen auch helfen, Ihre Angst zu überwinden. Bitte nehmen Sie sich ein wenig Zeit zur Lektüre. Die Vorschläge, Empfehlungen und Tipps basieren auf Erfahrungen aus über 30 Jahren kontinuierlicher und schwerpunktlicher Behandlung von Angstpatienten, vielen Gesprächen mit ihnen und auch aus der persönlichen Erfahrung von Angstpatienten selbst, die an der Erstellung dieses Ratgebers mitgewirkt haben.

Sie als Angstpatient und somit Experte sind willkommen, Ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen zu lassen, da dieser Ratgeber lebt und ständig erweitert wird. Schicken Sie Ihre Anmerkungen einfach an anmerkungen@zahnarztangstratgeber.de.

Ein Hinweis in eigener Sache: Da dieser Ratgeber entsprechend seinem gebündelten Erfahrungsschatz recht umfangreich ist, haben wir Ihnen die Navigation im Ratgeber dadurch erleichtert, dass Sie in der Hauptnavigation unter dem Punkt „Inhaltsverzeichnis“ ein solches aufklappen, sich darüber einen Überblick des gesamten Ratgeber-Inhalts verschaffen und bequem direkt zu den einzelnen Ratgeber-Themen wechseln können.

 

Sie sind nicht allein

Zahnarztangst ist weit verbreitet

Soviel ist also sicher: Sie sind mit Ihrer Zahnarztangst nicht allein. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 10 Millionen Menschen von Zahnarztangst betroffen sind. Und – um es gleich vorweg zusagen – die allermeisten von ihnen schaffen es, aus dieser oftmals furchtbar qualvollen und peinigenden Situation am Ende doch noch glücklich heraus zu kommen!

In meiner Praxis sind rund 70 Prozent der Patientinnen und Patienten von einer mehr oder minder deutlichen Angst vor der Zahnbehandlung betroffen. Sicherlich über die Hälfte von ihnen kann man als Angstpatienten mit ausgeprägter Zahnbehandlungsphobie bezeichnen.

Dabei ist eine gewisse Angst zunächst einmal gar nicht verwunderlich: Kein Mensch öffnet gern seinen Mund, um einen fremden Menschen mit spitzen Geräten etwas darin vornehmen zu lassen, wovon man nicht weiß, ob es nicht vielleicht gleich höllisch weh tut.

Der menschliche Mund ist nun einmal ein verletzlicher Intimbereich. Jeder Mensch empfindet bei dieser Vorstellung Unbehagen oder eine Art von „Ausgeliefertsein“ und „Hilflosigkeit“.

Doch gibt es nicht wenige Menschen, bei denen diese Situation – oder auch nur die Vorstellung davon – eine tiefe Angst auslöst, die so stark, so massiv und übermächtig ist, dass sie fest glauben, sich daraus nicht mehr aus eigener Kraft befreien zu können.

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Gefangen im Teufelskreis

Angstpatienten gefangen im Teufelskreis

Der bloße Gedanke also an eine Zahnbehandlung, die Vorstellung einer Spritze, das hohe Surren eines Zahnbohrers, der typische Geruch eines Zahnbehandlungsraumes … alles das reicht schon aus, um bei Ihnen Panik entstehen zu lassen. Ihr Pulsschlag erhöht sich, der Schweiß bricht Ihnen aus…

Sie befinden sich jetzt in einem Teufelskreis, der aus wachsender Angst vor Zahnbehandlung, wachsenden chronischen Zahnschmerzen und dem damit verbundenen weiteren Verfall Ihrer Zähne besteht, aber auch aus Scham und aus Verzweiflung.

Hinzu kommt oft Schmerzmittelmißbrauch, der manchmal bereits zu Tablettensucht geführt hat. Auch organische Erkrankungen können hinzu kommen. Ein Leben in Lähmung und nicht selten in zunehmender Isolation, in deren Folge eine Depression entstehen kann, sind keine Seltenheit…

Gleichzeitig – und das können Sie als Betroffener vorerst leider nur glauben – stehen Sie näher am Beginn eines neuen positiven Lebensabschnitts, als Sie je vermuten würden; eines Lebens mit schönen Zähnen, ohne Schmerzen, ohne Scham und Angst und mit mehr Lebensfreude.

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Herzliche Bitte: Erst mal kleine Schritte

Zahnarztangst in kleinen Schritten besiegen

Jetzt einfach mal eben in einer Zahnarztpraxis anzurufen, einen Termin zu machen, mal eben zum Zahnarzt zu gehen… – schon dieser „kleine“ Schritt ist für Sie so schwer, als sollten Sie von einem hohen Berg hinunter in eine unermessliche Tiefe springen, ohne Netz und ohne Sicherung. Er kommt Ihnen vor, wie der schwerste Schritt Ihres Lebens.

Bitte verlangen Sie also jetzt nicht urplötzlich von sich selbst, dass Sie alle Ihre Ängste, alle Zweifel, all Ihre Scham und Ihre langjährige Verzweiflung in einer einzigen Sekunde über Bord werfen. Das können Sie nicht einfach so – auch wenn es absolut wünschenswert wäre. Natürlich wünschen wir Ihnen von Herzen und wissen wir auch sicher, dass Sie diesen Mut höchstwahrscheinlich bald aufbringen werden.

Aber Sie sollten sich jetzt mit diesem schweren – dem ersten! – Schritt nicht gleich zu sehr unter Druck setzen.

Sie wären ja nicht in Ihrer jetzigen Situation, wenn es so einfach für Sie wäre.

Nun also erst mal langsam und der Reihe nach. So weit, dass Sie bereits in einer Zahnarztpraxis anrufen können oder einen Vertrauten verbindlich anrufen lassen, sind Sie ja noch gar nicht!

Wenn es Ihnen Ihr Zustand noch irgendwie erlaubt, machen Sie bitte erst einmal einige leichte, kleine Schritte. Vielleicht ist ja unter den hier beschriebenen kostenlosen Empfehlungen die eine oder andere, die Ihnen entgegen kommt auf Ihrem Weg zu verstehen, dass Sie für den letzten Schritt, sich in eine zahnärztliche Behandlung begeben, am Ende gar nicht so viel Mut aufbringen müssen, wie Sie jetzt noch glauben… Bei aller Not und allem Schmerz, den Sie erleiden, sollten Sie sich jetzt erst einmal ein ganz klein wenig Zeit nehmen.

  1. „Outen“ Sie sich. Reden Sie drüber.
    Eine stark belastende Situation einem anderen Menschen persönlich und vertraulich zu erzählen, kann sehr hilfreich sein. Bestenfalls bekommen Sie so das Gefühl, dass Sie Ihr Leid mit jemandem teilen und dass es deshalb schon ein wenig leichter wird. Suchen Sie – wenn irgend möglich – persönlichen Kontakt zu einem Menschen, dem Sie unter vier Augen von Ihrer Situation erzählen können. Outen Sie sich als Mensch mit starker Angst vorm Zahnarzt. Sie können sich einem Verwandten anvertrauen, einem Freund, einem Bekannten, auch einem Nachbarn, einem Kollegen… Und es kann durchaus – warum nicht? – auch Ihr Hausarzt sein, der vielleicht nicht ganz soviel Zeit, aber den Vorteil hat, dass er der Schweigepflicht unterliegt und Sie gewiss nicht zahnärztlich behandeln kann. Tipp: Sie könnten der Sprechstundenhilfe ruhig sagen, dass Sie über ein Problem reden möchten, das Sie aber nur mit dem Arzt unter vier Augen besprechen möchten.In jedem Fall aber sollten Sie diesem Menschen zuvor die Chance geben, zu verstehen, dass es etwas gibt, das Sie sehr stark beschäftigt und ihn vorbereiten, dass Sie ihm etwas anvertrauen möchten, so dass er oder sie sich darauf einstellen kann und sich ein wenig Zeit für Sie nimmt.Wenn es nicht anderes geht, können Sie Ihre Anfrage oder Verabredung natürlich auch übers Telefon oder in Form einer persönlichen E-Mail anbahnen. Das eigentliche Gespräch, in dem Sie sich öffnen und Ihre Notlage schildern, sollten Sie aber wenn möglich persönlich in Anwesenheit des anderen führen. Die größte Erleichterung verschafft Ihnen ein persönliches Gespräch, also Auge in Auge. Vergewissern Sie sich zuvor, dass Sie möglichst jemanden bitten, dem Sie spontan oder aus Erfahrung zutrauen, dass er Ihnen zuhören kann und Sie ernst nehmen würde.
  1. Tipp: Austausch mit Betroffenen
    Großes Verständnis erhalten Sie natürlich auch von Menschen, die an derselben Angst leiden wie Sie, nämlich an der Angst vor Zahnbehandlung. Wenn Ihnen also der Mut und die Möglichkeit fehlen, zeitnah ein persönliches Gespräch zu suchen, ist es immer noch besser, Sie gehen ins Internet, bevor Sie gar nichts tun. Suchen Sie gezielt den anonymen Austausch auf sozialen Netzwerken, Foren, evtl. Chatforen, in denen Menschen – genau wie Sie – mit Zahnbehandlungsangst unterwegs sind. Hier gibt es Trost und Tipps und ermutigende, weiterhelfende Beispiele. Es ist gut, zu wissen, dass Sie ganz gewiss nicht allein sind mit Ihrer Problematik und Ihrer Verzweiflung, dass es Tausende, ja Zehntausende Betroffene in der gleichen Situation gibt.
  1. Tipp: Das Gute liegt so nah
    Ihre Angst ist groß und sie erscheint Ihnen unüberwindbar? Und doch: Auch Ihrer Angst ist nicht unbedingt immer nur mit Tabletten oder mit Hilfe eines Therapeuten beizukommen. Unsere Erfahrung zeigt deutlich, dass viele Patienten ihre Angst bereits spürbar lindern konnten durch kleine unaufwändige Änderungen in ihrem Alltag. Keine Sorge, hier kommen keine weiteren einzuhaltenden Regeln für Sie. Nur ein paar oft vergessene, kleine Empfehlungen, die Sie nichts kosten und die so selbstverständlich und elementar sind, dass wir alle sie manchmal einfach vergessen. Sie helfen Ihnen nicht direkt, den Mut zur Zahnbehandlung aufzubringen, Sie können damit aber selbständig zu Ihrer Entspannung beitragen.
  • Bewegung an frischer Luft: Gehen Sie möglichst öfter einfach mal eine Stunde spazieren, auch ohne großen Plan und ohne festgelegtes Ziel. Verlassen Sie sich auf Ihre Beine, vertrauen Sie auf den festen Boden unter Ihren Füßen, spüren Sie, dass Sie die Kraft haben, weiter zu gehen.
  • Essen Sie, so oft es geht, frische Lebensmittel, die Sie mögen und die Sie selbst in Ruhe zubereiten und dann genussvoll essen – in Gesellschaft oder allein.
  • Nichtstun: Tun Sie – warum nicht jetzt gleich? – einfach einmal circa 20 Minuten lang nichts. Kein Fernsehen, keine Musik hören, nicht essen, nicht trinken, nicht sprechen. Sie schalten alle Telefone und alle mobilen und internetfähigen Geräte aus oder Sie stellen sie wenigstens ganz lautlos, also Ihr Smartphone (auch ohne Vibrationsalarm), Ihren PC oder Tablet-PC oder Ihr Notebook etc. Nichts ist angesagt: Weder Agieren noch reagieren. Sie sind jetzt kurzzeitig nicht erreichbar. Komplett offline. Können Sie das noch? Sie können es! Sie haben es in der Hand. Und es stärkt Ihr Selbstgefühl.

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Sie behalten die Kontrolle

Vertrauen durch Kontrolle

Keine Vorstellung ist für Sie so schrecklich wie diese: Sie sitzen auf dem Behandlungsstuhl mit weit geöffnetem Mund. Der Zahnarzt ist über sie gebeugt. Sie wissen nicht, was genau er gerade tut und wie lange er noch weiter in Ihrem Mund arbeitet. Sie können nicht sprechen, nicht fragen, ob Sie gleich eine Spritze bekommen oderob ein Zahn gezogen wird. Sie sind total ausgeliefert und können diese Situation nicht von sich aus beenden….

Keine Sorge: Diese albtraumhafter Situation wird Ihnen niemals widerfahren. Denn der Zahnarzt Ihres Vertrauens wird Ihnen vor jeder noch so notwendigen Behandlung garantieren, nur das zu tun, was er Ihnen zuvor in Ruhe erklärt hat. Und er wird Sie erst behandeln, nachdem er sich vergewissert hat, ob Sie ihn verstanden haben und seinem Vorschlag ausdrücklich zustimmen. Auch während der Behandlung wird er Ihnen jederzeit von sich aus die Möglichkeit zum Verschnaufen und zur Unterbrechung einräumen. Schließlich können sie ja nicht mit ihm sprechen.

Fundamental wichtig ist, dass allein Sie bestimmen und entscheiden, was getan werden soll. Der richtige Zahnarzt wird also nur tun, was Sie wollen. Die Kontrolle muss bei Ihnen liegen.

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Welche Praxis ist die Richtige?

Wohin mit der Zahnarztangst

Es gibt heute eine wachsende Zahl von Zahnarztpraxen, die sich auf die Behandlung von Patienten mit Angst vorm Zahnarzt und vor einer Zahnbehandlung in der Weise auf Sie eingestellt haben. Vergewissern Sie sich: Ist dies eine Praxis, die Ihnen spürbar Verständnis und Respekt entgegenbringt? Oder ist es eine Praxis, die sich die Behandlung von Angstpatienten nur auf die Fahne geschrieben hat, um ihre Behandlungszahlen zu erhöhen?

Es gibt aktuell diesbezüglich noch keine objektiv überprüfbare Qualifikation, der Sie grundsätzlich vertrauen könnten – außer vielleicht nachgewiesener langjähriger Erfahrung mit Angstpatienten.

Bei der Auswahl der für Sie geeigneten Zahnarztpraxis sind Sie also auch heute noch auf sich selbst gestellt. Letztlich Sie können immer nur auf Empfehlungen von Freunden oder Betroffenen zurückgreifen oder auf Quellen und Informationen aus dem Internetauftritt, die Sie nicht wirklich überprüfen können.

Welche Zahnarztpraxis also die richtige für Sie ist, entscheidet am Ende allein Ihr persönlicher Eindruck und den erhalten Sie natürlich nur über Ihre aktive persönliche Kontaktaufnahme. Wenn es jedoch überhaupt nicht anders geht, kann natürlich auch eine Person Ihres Vertrauens den Kontakt für Sie aufnehmen. Um Ihnen die Wahl etwas zu erleichtern, haben wir hier einige Hinweise und Kriterien zusammengestellt, die vielleicht erste Anzeichen sein können, dass Sie die richtige Wahl treffen:

  • Sie erhalten dort als anfragender Angstpatient sehr kurzfristig einen Termin
  • Sie müssen nicht sofort Auskunft geben, ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind
  • Sie müssen bei diesem Termin dann auch nicht warten
  • Sie werden bei diesem ersten Termin keinesfalls zur Behandlung gedrängt
  • Geldsorgen: Ein geeigneter Zahnarzt wird Ihnen ruhig und ohne Druck eine Möglichkeit aufzeigen, die notwendige Behandlung so zu gestalten, dass Sie auf keinen Fall in eine finanzielle Schieflage geraten
  • Verfügt eine Zahnarztpraxis über eine entsprechend fundierte Erfahrung mit sedierenden, d. h. beruhigenden Medikamenten? Werden vielleicht auch homöopathische Mittel angesprochen?
  • Werden anerkannte Entspannungstechniken angeboten? Besteht in dieser Praxis evtl. auch Routine bei der Behandlung von Angstpatienten unter Vollnarkose bzw. in Tiefschlaf ähnlicher Entspannung?

Hier noch einige weitere Fragestellungen bzw. Eindrücke, die Ihnen das Finden einer Zahnarztpraxis für Sie und Ihre Situation erleichtern können:

  • Nimmt eine Zahnarztpraxis sich speziell für Angstpatienten Zeit? Ist da auch wirklich jemand am Apparat, der das erste Telefongespräch mit Ihnen nicht einfach so nebenbei, sondern mit voller Konzentration und genügend Rücksichtnahme führt?
  • Haben Sie sofort den Eindruck: Hier schätzt man mich und meine Situation sofort richtig ein? Die scheinen mich zu kennen?
  • Ihr Gegenüber am Telefon wirkt auf Sie vertrauenerweckend und hört Ihnen zunächst aufmerksam zu. Sie fühlen: Hier würde ich nicht ausgelacht. Hier macht man mir garantiert keinerlei Vorwürfe.
  • Hier würde nur das geschehen, was ich zulasse. Hier behalte ich von vornherein die Kontrolle.

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Schamgefühle

Angstpatienten haben oft mehr als nur Angst

Keiner lacht Sie aus. Keiner rümpft die Nase. Niemand blickt entsetzt oder kritisch oder skeptisch.

Ein vertrauenswürdiger Zahnarzt für Angstpatienten würde niemals – auch nicht ansatzweise – über den vielleicht schlimmen Zustand Ihrer Zähne oder Ihres Zahnfleisches lachen oder auch nur abschätzig blicken oder stumm den Kopf schütteln.

In einer seriösen Zahnarztpraxis, die sich auf Angstpatienten wie Sie spezialisiert hat, müssen Sie sich beim Öffnen Ihres Mundes keine Vorwürfe anhören oder auch nur wortlose Verachtung fühlen. Nicht nur das Behandlungsteam, auch das gesamte Personal einer Praxis muss instruiert sein und jederzeit ein Bewusstsein für Ihre persönliche schwierige Situation haben. Dass Sie persönlich den Mut aufgebracht haben, in die Praxis zu kommen, das verdient Wertschätzung, und die müssen Sie auch spüren – genauso wie Sie sich auf die Verschwiegenheit verlassen können und die jederzeitige Sicherheit, dass alle in der Praxis Ihre Verbündeten sind, die nur das tun, was Sie auch wirklich wollen.

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Sie schaffen es

Angstpatienten können es schaffen

Angenommen, Ihre Einsicht, dass etwas getan werden muss oder Ihr Leidensdruck sind derart hoch, dass Sie es einfach nicht mehr aushalten können. Vielleicht haben Sie auch bereits die Telefonnummer von einer oder mehreren Zahnarztpraxen. Wie könnten Sie jetzt Ihren ersten Telefonanruf führen? Hier ein Beispiel für Ihre Anfrage:

„Guten Tag, mein Name ist… Behandeln Sie in Ihrer Praxis auch Patienten mit akuter Angst vorm Zahnarzt? Ich war seit … Jahren nicht mehr beim Zahnarzt und habe wahnsinnige Probleme.“

So oder so ähnlich könnte Ihre erste telefonische Anfrage lauten, wenn Sie es geschafft haben, sich zu diesem Schritt zu entschließen und eine Zahnarztpraxis anzurufen. Vielleicht haben Sie vorher auch schon eine E-Mail hin geschickt und eine ermutigende Antwort erhalten?

Wie auch immer: Jetzt hängt alles davon ab, ob Sie am anderen Ende des Telefons eine freundliche und ehrliche Stimme empfängt.

Und so oder so ähnlich sollte die Antwort auf Ihre Frage lauten:

„Guten Tag Frau/ Herr… Selbstverständlich sind Sie bei uns richtig. Vielen Dank für Ihren Anruf. Zu uns kommen seit vielen Jahren Patienten mit großer Angst vorm Zahnarzt. Wenn Sie möchten, biete ich Ihnen gerne einen kurzfristigen Termin erst einmal nur zur Beratung ohne Behandlung an…

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Sind Sie so weit?

Angstpatienten berichten über ihre Erfahrungen

Zum Schluss möchte ich Ihnen jetzt noch ein bisschen Mut machen und Ihnen sozusagen die Vorstellung versüßen, wie es sich anfühlen kann, wenn Sie es geschafft haben, Ihren Teufelskreis zu durchbrechen.

Dankenswerter Weise haben sich einige Patientinnen und Patienten mit großer Zahnbehandlungsangst bereit erklärt, Ihnen ihre Erfahrung kurz persönlich zu schildern.

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Wir haben es auch geschafft!

Nachfolgend können Sie Original-Statements von ehemaligen Angstpatienten hören, die ihren ganz persönlichen Weg durch die Zahnarztangst schildern. Wer lieber lesen statt hören will, für den haben wir die Schilderungen im Nachgang zu den Audiobeiträgen auch in Textform bereitgestellt.

 

 

 

„Ich bin heute sehr glücklich über meine Entscheidung“

Mein Name ist Heinz Kessels, ich bin 55 Jahre alt, und habe eigentlich mein ganzes Leben schon immer Angst vor dem Zahnarzt gehabt. Angefangen hat alles mit Betäubungsspritzen, die mal nicht gewirkt haben. Seitdem hatte ich eine ziemliche Angst vor Spritzen und Angst vor der Behandlung; aufgrund der nicht wirkenden Spritzen.

Dann kam noch irgendwann ein abgebrochener Zahn hinzu, was ästhetisch nicht anspruchsvoll ausgesehen hat und was ich immer zu verbergen versuchte. Ich bin dann irgendwann auf die Anzeige von dem Doktor Boeger gestoßen, die mich dann halt sehr angesprochen hatte, weil er auf Angstpatienten eingeht. Wir hatten dann einen Termin vereinbart und ein intensives Gespräch geführt, welches mir sehr gut gefallen hatte. Daraufhin vereinbarten wir einen Termin zu einer Behandlung. Die habe ich dann aufgrund der Angst trotzdem unter Narkose machen lassen und ich muss dann sagen, ich bin heute sehr glücklich darüber, dass ich das so für mich persönlich entschieden habe.

 

„…wieder lachen zu können: …“

Mein Name ist Markus Lüdgen, ich bin 25 Jahre alt, und bin zum Herrn Doktor Boeger gekommen. Mit 14 fing das alles an. Ich habe damals sehr, sehr starke Fehlstellungen im Kiefer gehabt und mich sehr, sehr spät um eine entsprechende kieferorthopädische Behandlung bemüht. Ich habe die Behandlung auch relativ schnell abreißen lassen, ohne mir der zukünftigen Probleme richtig bewusst zu sein. Und als ich dann im Alter von 20 festgestellt habe, dass es einfach gar nicht mehr geht, in Form von nicht mehr lachen können. Man hat sich das Lächeln abgewöhnt. Ich habe mich geschämt für mein Äußerliches und irgendwann war der Druck einfach so groß, dass ich dann im Alter von 20 zu meinen Eltern gegangen bin, damals in Tränen aufgelöst, und gesagt habe, dass ich Hilfe benötige. Meine Eltern haben dann relativ schnell bemerkt, dass da Hilfe nötig ist. Ich bin dann relativ schnell, nach Recherche meines Vaters, auf den Herrn Doktor Boeger gestoßen. Nach einem ersten Beratungstermin muss ich sagen, dass das Zwischenmenschliche sehr, sehr gut gepasst hat. Ich wurde in Watte gepackt und sehr vorsichtig angepackt. Und ich habe mich sehr wohl gefühlt, gerade als so starker Angstpatient. Es wurde relativ schnell eine Lösung gefunden. Ich wurde dann entsprechend behandelt und operiert. Das ganze ging dann in zwei Durchgängen und ich muss heute sagen, ungefähr 4 Jahre nach meiner Behandlung, dass ich mich wie ausgewechselt fühle, weil es mir dadurch wieder ermöglich wurde, lachen zu können. Und wenn man in der Situation vorher ist, ist man sich oft gar nicht bewusst, wie schwerwiegend das tatsächlich ist, wie sehr man sich dafür schämt und wie einen das auch belastet. Von daher kann ich jedem Angstpatienten nur empfehlen, einen entsprechenden Beratungstermin zu vereinbaren.

 

„Ich hab das nicht bereut“

Mein Name ist Kirsten Krisch, ich bin 49 Jahre alt und habe Zeit meines Lebens Angst vor dem Zahnarzt gehabt. Ich habe viele Zahnärzte ausprobiert und bin ohne Behandlung auch wieder gegangen. Ich habe es aber trotzdem geschafft, meine Zähne in Ordnung zu halten. Ich hatte dann vor drei Jahren eine missglückte Zahnbehandlung, die in einer OP endete und bin seitdem nicht mehr gegangen, auch nicht mehr zur Kontrolle. Ich habe mich dann nicht mehr getraut zu gehen und wusste auch nicht, wie ich einen Zahnarzt finde. Ich habe meinen jetzigen Zahnarzt über eine Zeitungsanzeige gesehen und dann später im Internet nach einem guten Zahnarzt gesucht. Ins Auge gesprungen ist mir dann der Zusatz „Angstpatienten“. Dann habe ich mir ein Herz gefasst und habe einen Termin gemacht. Ich bin dann nicht alleine gegangen; ich bringe meinen Partner immer mit, damit der mich beschützen kann. In der ersten Behandlung stand dann auch fest, dass mehrere Zähne gemacht werden mussten. Mir ist dann aber gesagt worden, dass ich nichts mitbekomme, weil man die Behandlung dann unter Vollnarkose macht und ich mir auch keine Sorgen machen soll. Ich habe mich dann direkt nach diesem ersten Termin entschieden, die Behandlung durchführen zu lassen. Die Betreuung in der Praxis war sehr gut; sowohl durch die Angestellten, durch die Damen die am Stuhl Assistenz leisten, und natürlich auch durch die Ärzte. Ich habe das nicht bereut. Ich habe von der Behandlung unter Narkose natürlich nichts mitbekommen. Mir ging es sehr gut danach und ich konnte die letzte Behandlung dann ohne Narkose vornehmen lassen, mit Betäubung. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich dann auch in Zukunft halbjährlich meine Zähne reinigen lasse und auch zur Kontrolle komme. Ich hoffe, dass das so weiter geht.

 

„Ich war total glücklich!“

Mein Name ist Petra Stratmann, ich bin 57 Jahre alt und war ein kleiner Angsthase wenn es darum ging, zum Zahnarzt zu gehen. Wenn mir nicht eine Krone abgebrochen wäre, dann weiß ich nicht, ob ich den Mut gefasst hätte. Ich hatte zwar schon Prospekte über Angstpatienten vorliegen, die las ich mir bestimmt schon seit zwei Jahren durch, aber irgendwie hatte ich nicht den Mut. Ja, und dann ist mir die Krone abgebrochen, und ich hatte auch schon vorher so viel Hemmungen, den Mund aufzumachen. Ich hatte immer das Gefühl, die Menschen gucken mir auf den Mund. Ich hatte den Mund schon total verstellt und habe mich gar nicht getraut zu lachen. Irgendwo hat das dann auch an Lebensqualität verloren. Dann habe ich allen Mut zusammengerissen und es ist mir sehr, sehr schwer gefallen, aber in der Praxis bin ich so toll aufgenommen worden. An der Rezeption die Leute waren so freundlich: „Sie brauchen keine Angst zu haben…“, sagten sie, und das hat mir schon ein bisschen die Angst weggenommen, naja, nicht die Angst weggenommen, aber ich wurde ein bisschen lockerer. Bei der Behandlung wurde erstmal nur mit mir geredet. Wir haben bestimmt 1,5 Stunden nur geredet. Gut, ich saß erstmal auf dem Stuhl und der Doktor war sehr nett, hat mich nett begrüßt, aber ich habe den Mund nicht aufgemacht. Ich glaube ich habe nur aus dem Fenster geguckt. Ich hatte einfach nur Angst. Durch dieses Gespräch ist mir doch ein bisschen die Angst genommen worden. Beim zweiten Besuch haben wir auch nur geredet. Morgens habe ich noch gedacht, „Du kannst da ganz locker hingehen, ist ja gar nicht so schlimm“. Als ich aber dann in der Praxis war, da kam dann doch wieder dieses Angstgefühl auf und dann haben wir uns wieder nur unterhalten. Beim dritten Arztbesuch war ich wie erlöst. Ich weiß nicht warum. Ich hatte kaum noch Angst, und ich habe mich einfach gut aufgehoben gefühlt. Alleine durch die Gespräche. Ich hatte vorher sehr schlecht Erfahrungen gemacht „Mund auf!“ und so unfreundlich, davor hatte ich auch wahnsinnige Angst. Ich bin auch ein Würgepatient und naja, man hat mir damals einen Abdruck gemacht und ich kann das nicht vertragen und ich musste mich übergeben. Man hat mich dann sitzen lassen und ich war zurückgelegt und ich musste erbrechen. „Sie halten jetzt aus! Das ist noch nicht trocken“. Es war grausam. Und hier, es war super. Ich habe eine Narkose bekommen, für die Abdrücke, es war keine harte Narkose, ich habe nichts bemerkt. Ich war total glücklich und da war das Schlimmste eigentlich schon überstanden.

 

 

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